Beer - Die Buchhandlung am schönsten Platz von Zürich
Pädagogik-Titel 2009

Remo Largo & Martin Beglinger: Schülerjahre
Largo, Remo H. & Beglinger, Martin
Schülerjahre
Wie Kinder Besser lernen
Piper 2009, 336 Seiten, gebunden,  Fr. 35.90

In der Debatte über Schule und Erziehung fordern die Eltern bessere Lehrer, die Pädagogen mehr Disziplin, und die Psychologen beklagen Tyrannen. Das Wesentliche gerät dabei oft aus dem Blick: das Kind selbst. Jetzt äußert sich Remo H. Largo, der bekannte Entwicklungsspezialist, dessen Erziehungsklassiker »Babyjahre« und »Kinderjahre« Generationen von Eltern wertschätzen. Im Gespräch mit dem Journalisten Martin Beglinger zeigt er, wie die gute Schule sich am einzelnen Kind orientiert. Was tun, damit die Jungen nicht ins Abseits geraten? Wie umgehen mit der Turboschule? Wie lernen Kinder lieber und deshalb leichter? »Schülerjahre« ist ein engagiertes Plädoyer für ein neues Verständnis von Schule, in der Kinder unterrichtet werden und nicht nur Fächer.

Jacqueline Fehr: Schule mit Zukunft Fehr, Jacqueline
Schule mit Zukunft
Plädoyer für ein modernes Bildungswesen
Orell Füssli Verlag 2009, 190 Seiten, kartoniert,  Fr. 34.90

Die Frage nach einem zukunftsfähigen Schulsystem ist hochaktuell und prägt die politische Agenda aller Parteien. Die profilierte Zürcher Bildungspolitikerin Jacqueline Fehr stellt lieb gewordene Mythen in Frage und thematisiert die umstrittensten Punkte:
-Chancengleichheit - Entscheidet Herkunft statt Leistung?
-Frühförderung - Spielen und Lernen lassen sich kombinieren
-Ausländerkinder - Führen einfache Rezepte in die Irre?
-Eltern - Wenn Familie und Schule (nicht) zusammenarbeiten
- Geld - Führen Investitionen tatsächlich zu besseren Schulen?
-Freie Schulwahl - Gut gemeint oder schlecht durchdacht?
-Selektion und Sonderschulung - Vielfalt als Risiko und Chance
Die Autorin fasst die relevantesten Erkenntnisse der heutigen Bildungsforschung zusammen und weist auf gelungene Reformen in Skandinavien hin. Ihre Vision für die Schule von morgen orientiert sich an mehr Pädagogik und weniger Strukturen.


Schlüter: Bildung? Bildung! Andreas Schlüter,  Peter Strohschneider
Bildung? Bildung!
26 Thesen zur Bildung als Herausforderung im 21. Jahrhundert
 
Berlin Veralg, 2009, 160 Seiten, gebunden,  Fr. 35.90
Forschung, akademische Lehre und Studium werden im Englischen und in den heute besonders erfolg- und einflussreichen Wissenschaftssystemen vor allem Nord - amerikas und Großbritanniens vom Begriff der „Erziehung“ her gedacht. Sie sind Dimensionen und Funktionen des Higher education sector. In anderen Sprachen und Ländern ist das anders. So werden Forschung und Hochschulen im Deutschen und in Deutschland nicht unter dem Begriff der „Erziehung“, sondern – mit weitreichenden Folgen für Institutionen, Rollen und Selbstbeschreibungen – unter demjenigen von „Wissenschaft“ subsumiert. Gleichwohl (oder gerade deswegen?) kommt in Deutschland dem Begriff der „Bildung“ nicht nur historisch (Bildungsroman, Bildungsbürgertum usw.), sondern auch in aktuellen Debatten eine besondere Bedeutung zu: Schulbildung, Bildung und Ausbildung, Weiterbildung, Bildungsgutscheine oder politische Bildung – die Fülle der Wortbildungen macht deutlich: Ohne „Bildung“ geht es nicht. Ist „Bildung“ aber mehr als eine Leerformel oder – im Gegenteil – ein Pathosausdruck akademischer Feierstunden? Hier will der Band eine öffentliche Debatte anregen, indem er fragt, was „Bildung“ in den verschiedensten institutionellen Zusammenhängen des Wissenschaftssystems und an dessen Grenzen heute (noch) ist, wie der Begriff gebraucht werden kann – und was solcher Gebrauch zu leisten vermöge.


Jürgen Overhoff: Vom Glück, lernen zu dürfen Jürgen Overhoff
Vom Glück, lernen zu dürfen
Für eine zweckfreie Bildung
Klett-Cotta, 2009, 272  Seiten, gebunden,  Fr. 43.90

Mit hektischem Aktionismus reduziert die Politik die Bildung auf ihre ökonomische Verwertbarkeit. Doch Bildung ist viel mehr als das. Der Schlüssel zu einem menschlichen Verständnis von Bildung liegt in den Erkenntnissen der Vergangenheit. Der Autor zeigt, wie Lernen wieder als Glück begriffen werden kann.

Jürgen Overhoff wendet sich gegen die vorherrschende eindimensionale Lesart des Lernens als Zwang und Notwendigkeit: Er zeigt, wie die Begründer der modernen Erziehung - von Locke über Rousseau bis hin zu Kant - das Lernen auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten vorrangig als Zeichen der menschlichen Würde und Freiheit begriffen haben. Einfühlsam schreibt er über die zwölf wichtigsten Tugenden, die von den führenden Aufklärern des 18. Jahrhunderts mit Verve propagiert wurden: - Wissbegierde - Neugier - Anschauung - Vernunft - Einbildungskraft - Aufrichtigkeit - Gemeinnützigkeit - Mitgefühl - Toleranz - Gottvertrauen - Chancengleichheit und - Selbstdisziplin



Daniel Pennac: Schulkummer Daniel Pennac
Schulkummer
Kiepenheuer & Witsch, 2009, 288 Seiten, gebunden,  Fr. 29.00Jedem Kind seine Chance

Schulkummer - Kinder, Eltern, Lehrer, alle kennen ihn. In einer gelungenen Verbindung von Kindheitserinnerungen und Lehrererfahrungen erzählt Daniel Pennac von seinem kreativen Umgang mit Schülern und ihren Problemen. Ein ungewöhnliches, ein unentbehrliches Buch über Schule heute.
Er war selbst ein schlechter Schüler, einer von denen, die wie versteinert und mit dumpfem Hirn vor einem leeren Blatt sitzen oder auf Fragen mit Clownerien reagieren. Dennoch schafft Daniel Pennac schließlich das Abitur und wird - Lehrer. Aber er wird ein Lehrer, der diese Verletzungen und Demütigungen nie vergessen hat und der weiß, was es bedeutet, eine Niete zu sein. Und was es für diese Niete bedeutet, liebevolle Lehrer zu finden, die Verständnis haben und die Blockaden im Kopf lösen. Er erzählt von seiner eigenen Schulzeit und von den Stunden, die er später als Lehrer gibt, von seinen zum Teil ungewöhnlichen Methoden, um bei seinen Schülern Begeisterung fürs Lernen zu wecken. In kurzen, spritzig geschriebenen Kapiteln, im Stil an sein Erfolgsbuch "Wie ein Roman" erinnernd, beschreibt Pennac das Verhältnis von Schülern und Lehrern, ihren Umgang miteinander. Er schildert den Alltag in der Schule aus den verschiedenen Perspektiven - da sind die Schüler aus allen sozialen Schichten; die Lehrer, die guten wie die schlechten; Eltern, verständnisvoll, verständnislos, fordernd, überfürsorglich. Und immer wieder appelliert Daniel Pennac an Eltern und Lehrer, "problematischen" Schülern mit Liebe zu begegnen, ihnen in jeder Weise zu helfen und ihre Talente zu wecken. Denn es gibt keinen hoffnungslosen Fall.









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