Suleika öffnet die Augen

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Um die Menschenwürde kämpfen

 

Nachdem Suleikas wesentlich älterer Ehemann als Kulak auf Stalins Befehl erschossen wird, wendet sich das Blatt für die entrechtete Tatarin. Zum Besseren?

Vier Kinder sind ihr schon im Säuglingsalter weggestorben und ihr Alltag bestand bisher nur aus Schwerstarbeit. Trotz allem hat sie sich ein fröhliches und hoffnungsvolles Gemüt bewahrt. Nun ist sie wieder schwanger, was sie allerdings erst während des Transportes nach Sibirien wahrnimmt, wo die überlebenden Klassenfeinde oder ihre Angehörigen in Arbeitslagern ihr restliches Dasein fristen sollen. Dieser Bahntransport führt über viele Umwege, unter ständig wechselnden Zuständigkeiten und Kommandos, die den Aufsehern selbst nicht ganz klar sind, und deren Opfer sie dann auch in den meisten Fällen irgendwann werden, endlich an den Fluss Angara, wo sich Gefangene und Bewacher ihre zukünftige Siedlung erst noch selbst bauen müssen.

Einer der am schönsten gelungenen Passagen dieses Buches beschreibt (fast zu romantisch), dass Rebhühner in den sibirischen Birkenwärldern anfangs um die Beine ihres Jägers herumspazieren, weil sie ihn noch nicht als Feind kennen.

Suleika überlebt dank eines Arztes, der seit der Revolution in einer nicht mehr existierenden Vergangenheit lebt (sehr schön vergleicht die Autorin das mit dem Bild von einem zerbrechlichen Ei, das sich um seinen Kopf geschlossen hat und auf das er höllisch aufpassen muss).

Eine Liebesbeziehung Suleikas zum Mörder ihres Mannes und ihr Mutterinstinkt verhelfen dem heranwachsenden Sohn, mit einem in letzter Sekunde ausgestellten Pass nach Leningrad aufzubrechen, um ein Studium der Kunstmalerei aufzunehmen.

Die tatarische Schriftstellerin Gusel Jachina beleuchtet mit ihrem Debütroman in schönster russischer Erzähltradition ihre eigene Famliengeschichte.

Spannend!

 

Ein Buch von Gusel Jachina.

Besprochen von Antje Böhme.

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